Welche Inhaltsstoffe kommen in Kurkuma vor?
Der Wurzelstock, auch Rhizom genannt, wird als pflanzliche Arznei verwendet. Die Inhaltstoffe werden aus dem getrockneten Wurzelgewebe (dem Rhizom) durch Lösungsmittel-Extraktion gewonnen und zählen zu den Polyphenolen.
Er enthält etwa 5 % Curcumin und andere Curcuminoide, die die gelbe Farbe verleihen und als die biologisch aktiven Inhaltsstoffe der Kurkumapflanze gelten. Hauptsächlich kommt dabei Curcumin vor. Daneben findet sich ätherisches Öl, das unter anderem aus alpha-Turmeron und Zingiberen besteht. Desweiteren finden sich Harze, Eiweiße und Zuckerverbindungen.
Gegen was hilft Kurkuma?
Blähungen und Völlegefühl
Am bekanntesten ist die traditionelle Anwendung der Gewürzpflanze: ihr Einsatz als verdauungsförderndes Mittel. Die Inhaltsstoffe regen wohl unter anderem die Leber dazu an, mehr Gallensäuren auszuschütten. Die binden an Nahrungsfette und machen das Fett verdaulich. Die Gelbwurz kann dadurch Blähungen und Völlegefühl lindern.
Antientzündliche Effekte
Wie Laboruntersuchungen zeigen, wirkt Kurkuma – vor allem das in der Pflanze enthaltene Curcumin –, leicht entzündungshemmend. Vermutlich bindet Curcumin an Enzyme, die an Entzündungsvorgängen im Körper beteiligt sind, und blockiert diese. Aus diesen Erkenntnissen lässt sich ein potenzielles Einsatzgebiet ableiten: entzündliche Krankheiten.
Kleine Studien deuten an, dass Kurkumaextrakt in hoher Dosierung den Verlauf und das Auftreten von Schüben bei Colitis ulcerosa günstig beeinflusst. Das ist eine chronisch-entzündliche Darmkrankheit. Die Studienteilnehmer nahmen Kurkuma dabei ergänzend zur Standardtherapie ein. Ob sich das Heilkraut hierbei bewährt, müssen größer angelegte Studien zeigen.
Es gibt auch kleine Analysen zu Arthrose, also Gelenkverschleiß. Möglicherweise mindert Kurkuma Schmerzen und Gelenksteifigkeit, die beispielsweise bei einer Kniearthrose auftreten.
Potenzielle weitere Wirkungen
Curcumin zeigt krebshemmende Effekte. Auch unterbindet der Pflanzenstoff die Ablagerung von bestimmten Eiweißkomplexen im Gehirn. Diese Komplexe sind möglicherweise an der Entstehung von Alzheimer beteiligt.
Die bisherigen Erkenntnisse dazu stammen vorwiegend aus Laborexperimenten. Das bedeutet: Ruft Kurkuma im Labor einen Effekt hervor, heißt das noch lange nicht, dass dieser auch beim Mensch eintritt. Das lässt sich erst in entsprechenden Studien nachweisen.
Was ist bei der Anwendung zu beachten?
Curcumin ist kaum wasserlöslich und wird nur in geringem Maß über den Darm aufgenommen. Aus einem Gelbwurzeltee zum Beispiel wird daher wohl zu wenig Curcumin herausgelöst, um im Körper gesundheitliche Effekte zu erzielen. Gelangt der gelbe Pflanzenstoff in den Organismus, kommt es zu einem weiteren Problem: Er wird über die Leber rasch wieder ausgeschieden. Forscher versuchen, wie man genau diese Nachteile von Curcumin umgehen könnte, indem sie den gelben Farbstoff in spezielle Arzneiformen verpacken.
Nebenwirkungen und Wechselwirkungen
Manche Menschen vertragen Kurkuma in höherer Dosierung nicht gut und bekommen Magenschmerzen. Andere berichten von einem trockenen Mund, Blähungen oder allergischen Hautreaktionen. Wer an Gallensteinen oder Leberkrankheiten leidet, sollte Kurkuma nicht einnehmen.
Möglicherweise kann Kurkuma Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten eingehen, zum Beispiel mit bestimmten Krebsmitteln.
Schwangere und Stillende sowie Patienten mit Gallensteinen sollten auf Kurkuma-Nahrungsergänzungsmittel verzichten.
In üblichen (Gewürz-)Mengen gegessen gilt Kurkuma als sicheres Lebensmittel. Es sind allerdings allergische Reaktionen bekannt.
Je nach individueller Empfindlichkeit, Art des Extrakts und Höhe der Dosierung sind unerwünschte Wirkungen möglich. Das können Blähungen, Sodbrennen, Durchfall / erhöhte Stuhlfrequenz, Übelkeit oder Schmerzen im Verdauungstrakt sein. Beschwerden wurden bereits im Bereich von 180 Milligramm Curcumin beobachtet. Piperin, ein zur angeblich besseren Bioverfügbarkeit zugesetzter Pfefferextrakt, kann ebenfalls zu Unverträglichkeiten führen.
Halten Magen-Darm-Beschwerden länger an, sind sie stark oder treten häufig auf – unbedingt vom Arzt abklären lassen!
Curry und Kurkuma als Gewürze z. B. für asiatische Gerichte sind in den üblichen Dosierungen empfehlenswert und können helfen, Verdauungsbeschwerden vorzubeugen oder zu lindern.
Als Mittel gegen Krankheiten ist der Kurkuma-Extrakt Curcumin noch nicht ausreichend erforscht und erprobt, bisher hauptsächlich in Labor- und Tierversuchen. Zulassungen als Arzneimittel gibt es in Deutschland nicht. Redaktionelle Beiträge hierzu – insbesondere zu Krebserkrankungen und Alzheimer-Krankheit – sollte mit Vorsicht betrachtet werden. Eine diesbezügliche Werbung ist verboten.
Was steckt hinter der Werbung zu Kurkuma?
Nicht nur als eigenständiges Gewürz und Curry-Bestandteil ist Kurkuma bzw. sein gelber Farbstoff Curcumin / Kurkumin schon lange bekannt. Viele Hersteller werben auch damit, dass die Kurkuma-Knolle schon seit Jahrtausenden in der traditionellen asiatischen Medizin eingesetzt wird. Tatsächlich scheinen positive Wirkungen auf die Verdauung unbestritten zu sein. Das heißt, leichte Beschwerden wie Blähungen oder ein Völlegefühl nach dem Essen können durch Kurkuma (als Gewürz) abgemildert oder vermieden werden.
Inzwischen sind jedoch auch Curcumin-Nahrungsergänzungsmittel, meist in Form von Kapseln oder als Pulver, gegen alle möglichen Beschwerden und Erkrankungen auf dem Markt. Typische Online-Werbeaussagen oder Schlagzeilen sind “Indiens heilige Pflanze bei Arthrose, Krebs, Diabetes und Alzheimer”, “Kurkuma: Bewegen ohne Schmerzen” oder “Der Entzündungshemmer aus dem Currypulver”.
Dem Curcumin werden zudem noch cholesterinsenkende, leberschützende und antidepressive Eigenschaften zugesprochen. Dafür wird zwar nicht auf dem Produkt selbst, aber oft indirekt mittels Ratgeber-Büchern, in Internet-Foren, in von PR-Agenturen gelieferten “redaktionellen” Beiträgen oder (angeblichen) Erfahrungsberichten auf der Anbieter-Homepage geworben.
Doch auch wenn die Kurkuma-Extrakte schon recht erfolgversprechend in zahlreichen Zellkultur- und Tierversuchen getestet wurden: Hier wurden in der Regel extrem hohe Dosierungen verwendet, die beim Menschen weder über die Nahrung noch über Nahrungsergänzungsmittel erreicht werden können. Auch ist der Stoffwechsel von Zellen, Nagetieren und Menschen unterschiedlich. Die Ergebnisse sind daher nicht direkt auf den Menschen übertragbar und konnten zum Großteil noch nicht in Humanstudien bestätigt werden. Die meisten Humanstudien weisen zudem große Mängel auf (unter anderem eine zu geringe Teilnehmerzahl) und haben daher eine begrenzte Aussagekraft. Es ist auch noch wenig bekannt, wie Stoffwechselzwischenprodukte (Metaboliten) von Curcumin im Körper wirken.
Hinzu kommt, dass die Bioverfügbarkeit von Curcumin stark eingeschränkt ist. Curcumin ist schlecht wasserlöslich und wenig stabil. Daher werden nur sehr geringe Mengen aus dem Darm und in die Zellen aufgenommen. Ein großer Teil wird direkt über den Darm und die Leber wieder ausgeschieden. Um tatsächlich eine Wirkung zu erzielen, müssten also sehr große Mengen gegessen werden.
Für genauere Erkenntnisse sind weitere klinische Studien zu verschiedenen Anwendungsgebieten nötig.
Nahrungsergänzungsmittel sind – im Gegensatz zu Medikamenten – nicht zur Vorbeugung, Linderung oder Heilung einer Erkrankung vorgesehen. Hierfür fehlen die notwendigen Zulassungen und Wirknachweise. Zuletzt hat der Verbraucherzentrale Bundesverband einen Hersteller wegen entsprechender Werbeaussagen zu einem Kurkuma-NEM abgemahnt und vor Gericht Recht bekommen.
Auch die für Nahrungsergänzungsmittel von einem Hersteller bei der EU beantragte Zulassung für die Werbeaussage „Kurkumin trägt zur normalen Gelenkfunktion bei“ wurde mittels Verordnung 2018/1556 nicht gewährt. Nach wissenschaftlicher Prüfung durch die EFSA hatte sich herausgestellt, dass der nötige kausale Zusammenhang zwischen Produktverzehr und der angesprochenen Wirkung fehlt.
Quellen-Angaben
https://www.apotheken-umschau.de/heilpflanzen/kurkuma
Diese beiden Internetseiten führen wiederum ihre Quellen an. Ein Blick in diese lohnt sich auf alle Fälle, wenn man an dem Thema tiefergehend interessiert ist.

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